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Mal wieder Briefe schreiben – Aktion „Brieftauben“

Mal Wieder Briefe Schreiben – Aktion „Brieftauben“

Hand aufs Herz! Wann hast du das letzte Mal einen Brief geschrieben? Na, überlegst du nun und versuchst dich zu erinnern?

Heute tippt man ja schnell mal eine Nachricht per WhatsApp, Telegram und Co. oder verschickt eine Sprachnachricht, wenn man zu faul zum Tippen ist. Wenn’s dann doch mal mehr mitzuteilen gibt, verfasst man eben eine E-Mail. Und wenn man ganz engagiert ist, schickt man zwei, drei Freunden und der Familie eine Postkarte aus dem Urlaub oder eine Glückwunschkarte zum Geburtstag. Richtig? Aber wann hast du dich das letzte Mal bewusst hingesetzt und von Hand einen Brief geschrieben? Auf ein weißes Blatt Papier? Mit Füller, Kuli oder Fineliner?

Boxen voller Briefe und Erinnerungen

In meiner Teenie-Zeit habe ich richtig viele Briefe geschrieben. Ich hatte damals Brieffreundschaften in Deutschland, Frankreich, Slowenien und Weissrussland. Ja, sowas hat man damals gemacht! In der BRAVO gab es Kontaktanzeigen, in denen Jugendliche nach Brieffreundschaften gesucht haben! Meine Schwester lebte damals in England und wir haben uns über Briefe ausgetauscht. Mit meinen besten Freundinnen habe ich – obwohl wir uns fast täglich gesehen haben – Briefe hin und her geschrieben. Als ich nach dem Abi ein halbes Jahr in Frankreich verbrachte, haben mein damaliger Freund und ich uns per Fax Briefe geschickt (ging einfach schneller)… All diese Briefe habe ich noch, verstaut in Kisten oder sogar abgeheftet! Sachen gibt’s!

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Jemandem ein Lächeln ins Gesicht zaubern

Viele Jahre habe ich das Briefe schreiben komplett vernachlässigt, bis ich letztes Jahr mal wieder zu Papier und Füller griff und zwei Briefe geschrieben habe. Eine der Reaktionen (O-Ton): „1.000 Mal Danke!!!!! Das war meine schönste Post in den letzten 15 Monaten!!!“. Hach – freu! Und auch ich hatte in den letzten Wochen mal wieder Post im Briefkasten, die ausnahmsweise nicht mit Rechnung oder Werbung gekennzeichnet war. Hab ich mich gefreut! Und darum geht’s doch: jemandem unerwartet eine Freude machen. Jemanden überraschen. Jemandem ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Das gehört doch mit zu den größten Geschenken, die wir uns gegenseitig machen können. Ganz nach der Weisheit „Geteilte Freude ist doppelte Freude“!

Freude schenken mit der Aktion „Brieftauben“

Und genau das steckt hinter einem ganz wunderbaren Projekt, das Ende März kurzerhand ins Leben gerufen wurde: die Aktion „Brieftauben“.
Wir wissen, dass durch den Corona-Shutdown und die damit verbundenen Besuchsverbote in Alten- und Pflegeheimen, betreutem Wohnen oder psychiatrischen Einrichtungen die sozialen Kontakte der Bewohner*innen stark eingeschränkt sind. Damit aber gerade diese v.a. älteren, alleinstehenden Menschen sich nicht abgeschottet und von der Gesellschaft ausgeschlossen fühlen, verteilen die „Brieftauben“ an die Bewohner*innen dieser sozialer Einrichtungen Briefe, Postkarten und Bilder, die von Freiwilligen geschrieben, gemalt oder gebastelt wurden.

Und auch du kannst dabei mitmachen: Einfach online anmelden und deinen Brief, deine Karte oder dein Bild an eine bereitgestellte Adresse schicken und damit Freude verschenken. Das ganze kann einmalig anonym erfolgen oder sich sogar zu einer Brieffreundschaft entwickeln – es kamen inzwischen schon Briefe an die ursprünglichen Schreiber*innen zurück. Sicher ist auf jeden Fall, dass sich alle Empfänger*innen sehr über die Botschaften freuen und auch ihnen ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

Das ist eine ganz wertvolle Aktion, wie ich finde. Und genau deshalb mache ich auch mit! Wenn du dich ebenfalls anschließen möchtest, findest du unter www.brieftaubenaktion.de oder auf Instagram weitere Informationen.
Go for it!

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Inspiration kann alles sein

Falls du Bedenken oder Zweifel haben solltest, was du einer/m Unbekannten schreiben könntest, überlege dir, was du von einer fremden Person gerne wissen möchtest und was dich an ihr interessiert. Und dann schreibe doch genau deine eigene Antwort auf diese Frage. Da man beim Schreiben seinen Gefühlen und Gedanken freien Lauf lassen kann, darfst du auch über deine Emotionen schreiben und darüber, wie es dir in der aktuellen Situation geht. Das kann erleichternd und tröstend sein. Manchmal erfährt man durch’s Schreiben aber auch etwas über sich selbst – vielleicht entdeckst du eine neue kreative Seite an dir. Wie auch immer du deinen Brief gestaltest – das Schreiben oder Malen soll vor allem Spaß machen!

Viele Inspirationen für Briefe an unterschiedliche Empfänger und verschiedene Anlässe findest du dazu auch in dem Buch „Briefe schreiben“ von Jodi Ann Bickley vom Verlag Edel Books. Die Autorin möchte ebenfalls dazu animieren, häufiger per Brief zu kommunizieren und sich gegenseitig eine Freude zu bereiten. So fordert sie beispielsweise dazu auf, einen Brief zu schreiben, um Danke zu sagen, um jemanden zum Lachen zu bringen oder um jemanden um Rat zu bitten. Oder einen Brief zu verfassen an den/die Lieblingsmusiker*in, an den ersten Schwarm, an die Person, die man zuletzt geküsst hat, an jemanden, den man vermisst,…

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Egal, wer den Brief am Ende in den Händen hält… ich bin mir sicher, diese Person wird sich darüber freuen und dabei lächeln! Sich gegenseitig gut tun – darum geht’s doch!

Liebe Grüße
Chris

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